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AGO und öffentlicher Beobachtungsabend: Perseiden

Samstag, 11. August 2018, 21:00 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Anlass

Am Samstag, den 11.08.2018 findet ab 21 Uhr in der AGO-Sternwarte auf dem Simplonpass ein öffentlicher Beobachtungsabend statt. Bei unsicherer Witterung gibt die AGO-Webseite www.ago-sternwarte. ch/ Auskunft, ob der Anlass durchgeführt wird.

Der Termin liegt ein Tag vor dem Maximum der Perseiden. An diesem Tag ist auch Neumond, so dass nur noch Wolken die Beobachtung stören könnten.

Doch zu Beginn des Beobachtungsabends, um 21 Uhr, ist die Sonne erst untergangen. Venus verschwindet im Westen gerade hinter den Bergen. Im Südwesten steht Jupiter nahe bei Zubenelgenubi, dem Hauptstern in der Waage. Im Süden befindet sich Saturn im Sternbild Schütze. Später am Abend wird noch Mars, der in diesem Jahr besonders hell ist, über die Berge aufsteigen.

Ist es dann wirklich dunkel, können wir nach den Sternschnuppen Ausschau halten. Es könnten bis zu 100 Meteore pro Stunde zu sehen sein. Das eigentliche Maximum wird ein Tag später, am 12. August, erwartet. Der Radiant der Perseiden liegt im Perseus an der Grenze zur Cassiopeia. Die Perseiden zählen mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/sec zu den schnelleren Sternschnuppen. Der Meteorstrom geht auf den Kometen 109P/Swift-Tuttle zurück. Immer Mitte August kreuzt die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Staubspur des ehemaligen Kometen. Treffen diese Staubteile mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, bringen sie Luftmoleküle zum Leuchten, die wir als Meteore wahrnehmen.

Bericht

Der Perseiden-Abend ist immer ein Publikumsmagnet, auch dank der vielen Meldungen in den Medien, welche die Erwartungen der Zuschauer hochschrauben. Dieses Jahr waren zudem die Bedingungen optimal: Neumond und als Beigabe vier Planeten am Himmel.

Doch habe ich eigentlich weniger Gäste als sonst erwartet, da nur zwei Wochen vorher ja Mondfinsternis war, ein Grosserfolg mit über 100 Besuchern. Das Potential war somit für eine Weile erschöpft, dachte ich, da kaum einer innert weniger Tagen zweimal auf dem Simplon kommen würde.

Aber es kam doch anders. Bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn kamen die ersten Besucher. Das Wetter war relativ gut, auch wenn immer wieder Teile des Himmels durch hohe Schleierwolken etwas bedeckt wurden. Die ersten Besucher konnten noch einen Blick durchs Teleskop auf Venus werfen und trotz unruhiger Luft, so nahe am Horizont, dabei sehen, dass auch dieser Planet Phasen wie der Mond hat. Venus war auch bei relativ hellem Himmel leicht zu finden; in der fortschreitenden Dämmerung spielten wir dann das Spiel «Wer sieht zuerst Jupiter? Wer zuerst Saturn?». Beide Planeten wurden relativ rasch gefunden, und die Teleskope auf sie ausgerichtet. Der Strom der Besucher riss den ganzen Abend nicht ab, es gab erstaunlich viele Kinder aber auch zwei Gäste aus Zürich, die extra für unsere Veranstaltung auf dem Simplon angereist waren, nachdem sie bei einer Internet-Suche unter den Schweizer Sternwarten auf unsere gestossen waren, und sie als „besonders sympathisch“ gefunden hatten, auch dank der schönen Homepage (Webmeister sei Dank!). Da die astronomische Dämmerung noch lange auf sich warten liess, gab es den obligaten Vortrag über Meteore und Perseiden, wobei man zwei Gruppen bilden musste. Eine Hälfte war im Schulungsraum mit Claudio und der Präsentation. Die andere Hälfte mit Thomas widmete sich an den Instrumenten Jupiter und Saturn, da Venus bereits hinter dem Horizont verschwunden war. Beide Gruppen zusammen zählten bereits über 60 Personen, aber viele kamen noch später dazu. So schätzten wir die Besucherzahl auf 80 bis 90, auch gemessen an der Anzahl Kaffeetassen, die immer wieder gewaschen werden mussten, da sie für alle nicht reichten. Inzwischen waren Remo, Robert und Yvette damit beschäftigt, ihre Kameras in Position zu bringen, um mehr oder wenig automatisch so viel Meteore wie möglich einzufangen. Später kam von der AGO noch Cyril dazu.

Text: Claudio Abächerli
Fotos: Remo Glaisen

Perseidenabend Sternwarte Simplon
Perseiden-Meteor - 11.08.2018 um 23:34 MESZ. Der vermutlich hellste Perseidenmeteor des Abends über dem Hübschhorn. Bildecke oben links – Andromedagalaxie.

Perseidenabend Sternwarte Simplon
Unsere Galaxie - Die Milchstrasse
Das „staubige“ Band der Milchstrasse vom Südwesthorizont (rechts) durch den Zenit bis an den Nordost-Horizont (links). Die Horizontbereiche waren durch die Schleierwolken stark aufgehellt. Am rechten Bildrand unten der helle Mars, am linken Bildrand die Andromedagalaxie.

Perseidenabend Sternwarte Simplon
Perseiden-Meteor oder Iridium Flare??
Die Flugbahn des Objekts passt genau zum Perseiden-Meteorstrom. Aber es ist kein Perseïde, sondern der Satellit „Iridium 45“, der in der Atmosphäre kurz mit einer Helligkeit von Mag -8 aufleuchtet. Der Zufall wollte es, dass die Aufnahme genau in dem Moment ausgelöst wurde, als der Satellit am hellsten leuchte. Deshalb ist die Leuchtspur vor dem hellen Aufblitzen nicht abgebildet. Die Spur der abnehmenden Leuchtspur ist hingegen sichtbar. Der Satellit flog von links nach rechts über den Himmel und nicht wie das Foto vorgaukelt, von rechts nach links. Zufälle gibt’s!!

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