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Öffentlicher Beobachtungsabend Perseiden

Freitag, 13. August 2021, 21:00 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Anlass

Am Freitag, den 13.08.2021, findet ab 21 Uhr in der AGO-Sternwarte auf dem Simplonpass nach langer Pause wieder einmal ein öffentlicher Beobachtungsabend statt. Bei unsicherer Witterung gibt die AGO-Website Auskunft, ob der Anlass durchgeführt wird.

Die aktuellen Corona-Regeln lassen die Beobachtung, die ja im Freien stattfindet, zu. Eventuell gibt es auch in kleinen Gruppen einen Vortrag im Schulungsraum. Das wird je nach aktueller Lage entschieden.

Der Abend findet einen Tag nach dem erwarteten Maximum des Meteorstroms der Perseiden, auch die «Tränen des Laurentius» genannt, statt. Der Mond ist noch nicht einmal halb voll und wird bald hinter den Bergen verschwinden, so dass er die Beobachtung in diesem Jahr nicht stören sollte.

Doch zu Beginn des Beobachtungsabends, um 21 Uhr, ist die Sonne gerade erst untergegangen. Der fünf Tage alte Mond steht dann noch etwa 20° über dem Horizont. Wenige Minuten nach 22 Uhr sollte dann Saturn aufgehen. Gegen 23 Uhr folgt ihm noch Jupiter.

Ist es dann richtig finster, können wir nach den Sternschnuppen Ausschau halten. Es werden 100 Meteore und mehr pro Stunde erwartet. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/sec zählen sie zu den schnelleren Sternschnuppen. Die Perseiden zeigen sich jedes Jahr Mitte August, wenn die Erde bei ihrem Umlauf um die Sonne die Reste des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt. Treffen diese Staubteile mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre, bringen sie Luftmoleküle zum Leuchten, die wir als Meteore wahrnehmen. Der Radiant der Perseiden liegt, wie der Name bereits sagt, im Sternbild Perseus, und zwar an der Grenze zur Cassiopeia.

Bericht

Endlich, nach fast anderthalb Jahr ohne öffentliche Anlässe, konnte man wieder starten, zwar mit gewissen Einschränkungen, aber immerhin!

Die Perseiden sind ein Publikumsmagnet, das haben wir bereits in früheren Jahren festgestellt. Zudem gab es vielleicht noch so was wie ein „Astro-Nachholbedarf“. So warteten bereits eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn (21:00 h) und trotz Schleierwolken ein Dutzend Personen unweit der Sternwarte. Und es kamen immer mehr. Als Claudio die allgemeinen Erklärungen und die Covid-bedingte Massnahmen bekanntgab, waren bereits etwa 40 Personen anwesend. Und im Laufe des Abends kamen immer mehr, die letzte Gruppe gegen Mitternacht!

Wegen der Pandemieeinschränkungen wurde der Abend etwas anders als gewohnt organisiert: es gab keinen Vortrag im üblichen Sinne, aber eine kurze Präsentation über Perseiden (ca. 13 Min.) lief automatisch und ununterbrochen im Schulungsraum, wo jeweils max. 5 Personen eingelassen wurden. Mit Schutzmaske selbstverständlich. Im Beobachtungsraum wurden jeweils 3 Teilnehmer pro Teleskop eingelassen und man beschränkte sich auf drei Objekte: den Mond in den früheren Abendstunden, dann nach 22 Uhr Saturn, und später noch Jupiter. Vor dem Raum bildete sich eine lange Schlange (mit Abstand) und der Betrieb lief ununterbrochen, so dass jede Gruppe den Mond und die zwei Planeten beobachten konnte. Zwischen den Beobachtungen am Teleskop sassen oder lagen die Gruppen im Gras rund um die Sternwarte und warteten auf die Perseiden. Zwar war man weit entfernt von 100 pro Stunde, aber wir sahen mehr als das letzte Mal, etwa 5-7 pro Stunde und jeder kam auf seiner Rechnung: alle konnten mindestens ein Paar Meteoren sehen. Die „aaahs“ und „ooohs“ rund um das Observatorium meldeten die hellsten Sternschnuppen unmissverständlich.

Die obligate Stärkung –Kaffee, Tee und Guetzli – wurde auf einem Tisch vor der Sternwarte bereitgestellt und quasi in Selbstbedienung betrieben. Was dazu führte –da viele Kinder anwesend waren - dass die Biskuits im Eiltempo verschwanden und immer wieder für Nachschub gesorgt werden musste. Auch ein Ersatzkässeli wurde auf dem Kaffee-Tisch aufgestellt und es füllte sich ordentlich, so dass der Kassier wieder einige Einnahmen verbuchen kann. Je später der Abend, umso besser wurden die Bedingungen: klare Sicht, mild (13-14°C) und Windstille, was es auf dem Simplon selten gibt. Auch die Sichtbedingungen waren gut mit wenigen Turbulenzen. Mit dem Kommen und Gehen war es nicht möglich, die genaue Anzahl Besucher zu bestimmen, aber es waren mindestens 60 und vielleicht sogar mehr. Unter ihnen hatten wir die grosse Freude, Altpräsident René Schnyder mit Sohn (der beim Bau der Sternwarte tatkräftig mithalf) und Enkeltochter begrüssen zu dürfen. René war nach Pfr. Sarbach der zweite AGO-Präsident (1989 -1991).

Also: ein gelungener Abend der aber viel Einsatz abverlangte. Martin und Thomas standen von 21 Uhr bis 24h30 ununterbrochen an den Teleskopen, während sich Claudio um den allgemeinen Betrieb kümmerte: Leute begrüssen und einweisen, Regeln bekanntgeben, den Einlass in den Schulungsraum regeln, Nachschub, und natürlich die vielen Fragen beantworten, die seitens der Besucher und insbesondere der Kinder kamen. Auf Deutsch, Französisch und Englisch, versteht sich.

Solche Abende sind immer eine gute Werbung für unsere Sternwarte, aber es hat sich einmal mehr gezeigt, dass bei öffentlichen Anlässen ein Animator alleine rasch überfordert sein kann. Darum ist es wichtig, dass immer mindestens deren zwei vorgesehen werden. Bei grösseren Anlässen sind drei oder vier kein Luxus. Herzlichen Dank an Martin und Thomas, ohne ihre grosse Hilfe wäre der Abend für viele eher enttäuschend gewesen. Fotos gibt es keine: dafür hatten wir schlicht und einfach keine Zeit!!

(Anmerkung der Redaktion: Fotos der diesjährigen Perseiden sind auf der Galerie unserer AGO-Webseite zu finden.)

- Claudio Abächerli

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