Öffentlicher Beobachtungsabend
Freitag, 25. April 2025, 20:00 UhrWeitere Informationen zu diesem Anlass
Am Freitag, 25. April 2025, findet wieder ein öffentlicher Beobachtungsabend auf der Sternwarte statt. Er beginnt wegen der Sommerzeit und der damit später einsetzenden Dämmerung nicht um 19 Uhr, wie im Jahresprogramm angegeben, sondern erst um 20 Uhr. Bei unsicherer Witterung gibt unsere Webseite über die Durchführung Auskunft.
Zu Beginn des Abends um 20 Uhr ist die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden, der eigentliche Untergang ist aber erst eine halbe Stunde später. So wird ein Vortrag im Schulungsraum die Zeit bis zur Dämmerung überbrücken. Danach wird am Himmel als Erstes Jupiter in westlicher Richtung sichtbar. Er bewegt sich zurzeit zwischen den beiden Hörnern des Stiers. Wenn es dunkler wird erscheint darüber das Fünfeck des Fuhrmanns mit dem Hauptstern Capella. Östlich (also links) daneben befinden sich die Zwillinge mit Kastor und Pollux als Kopfsterne. Weiter östlich der beiden Sterne trifft man auf den rötlichen Mars. Er wandert in diesen Tagen auf die Krippe (Praesepe, M44, „Bienenstock“) zu, einen offenen Sternhaufen im Sternbild Krebs. Blickt man weiter nach Osten, so sieht man das ausgedehnte, einprägsame Sternbild Löwe.
Im Norden steht der Grosse Wagen als markanter Teil des Sternbildes Grosser Bär. Seine Deichsel weist auf den 0.0 mag hellen Arktur im Bärenhüter (Bootes). Verlängert man den Bogen, dann trifft man auf die etwas weniger helle Spica, dem Hauptstern im Sternbild Jungfrau.
Bei klarer Sicht gibt es eine reiche Auswahl an Himmelsobjekten für Fernglas und Teleskop. Als Beispiele seien hier die bereits erwähnte Krippe (M44) im Krebs, das Leo-Triplett im Löwen, der Kugelsternhaufen M3 in den Jagdhunden, die Sombrero-Galaxie M104 in der Jungfrau sowie die Galaxien M81 und M82 im Grossen Bär genannt.
Bericht
Am Abend des 25. April 2025 konnten Astronomie interessierte Besucher ab 20:00 Uhr ohne Anmeldung die Sternwarte besuchen. Durch den öffentlichen Abend führten die AGO-Mitglieder Sindu und Beat. Schon eine Viertelstunde vor dem eigentlichen Beginn der Veranstaltung standen einige Besucher vor der Sternwarte.
Da Ende April die «astronomischen Nacht» erst kurz vor 22:30 Uhr beginnt, blieb reichlich Zeit, den 25 Besuchern allerhand über die Sternwarte und die Objekte des Nachthimmels zu erzählen. Sindu unterhielt die Gäste eine gute Stunde lang mit einem interessanten Vortrag.
Noch in der Dämmerung machte sich Beat mit dem Takahashi Refraktor am Westhimmel auf die Suche nach dem Planeten Jupiter. Es dauerte nicht lange, bis er den grössten Planeten unseres Sonnensystems im Okular des Teleskops hatte. Die Besucher konnten einen Blick auf Jupiter mit seinen Monden werfen. Gegen 22 Uhr war es dunkel genug, um die helleren Sterne zu erkennen. Das war die ideale Zeit um die wichtigsten Sternbilder zu erklären. So lag z.B. der allseits bekannte «Grosse Wagen» im Sternbild Grosser Bär im Zenit, senkrecht über unseren Köpfen. Unter dem wolkenlosen Himmel führte Beat die Besucher mit dem Meade Teleskop zu den Kugelsternhaufen M13 und M3 und zu verschiedenen Galaxien und Deep-Sky-Objekten. Alle waren begeistert vom imposanten Himmelszelt in der mittlerweile sehr dunklen Simplonnacht.
Nach 23 Uhr traten die meisten Gäste den Heimweg an. Die Temperatur sank relativ rasch gegen den Gefrierpunkt und es kam leichter Wind auf. Im Frühlings-Outfit und z.T. in Turnschuhen, wurde es etwas frostig.
So ging der Publikumsabend kurz vor Mitternacht erfolgreich zu Ende. Von der AGO waren Sindu, Beat, Paul, Yvette und Remo im Einsatz.
Die beiden Letztgenannten nutzten die guten Wetterbedingungen noch um Sternfelder und vor allem die Galaxie M83 aufzunehmen. Sie ist das einzige der 110 Objekte des Messier-Katalogs, das von unserer Sternwarte aus noch nicht fotografiert wurde. M83 liegt mit Deklination -30° sehr südlich, steigt vom Simplon aus nur wenig über den Horizont und geht zwei Stunden nach dem Aufgang schon wieder unter. Die beste und fast einzige Chance die Galaxie aus unserer Sternwarte zu erwischen ist eine Neumondphase Ende April oder im Mai.
Von 23:45 bis 00:45 Uhr nahmen wir durch den Takahashi Refraktor 23 Aufnahmen von M83 auf. Trotz dem horizontnahen Dunst und der, wegen des Windes etwas «wackeligen» Nachführkorrektur, war die Galaxie relativ gut zu erkennen. Wenn das Wetter mitspielt, werden wir im Mai nochmals Jagd auf M83 machen. Zumindest haben wir jetzt alle 110 Objekte des Messier- Katalogs von unserer Sternwarte aus mindestens 1x fotografiert.
- Remo Glaisen





