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Asteroïden = Kleinplaneten = Planetoïden

Kleinplaneten oder Asteroiden sind erstmals genauer beobachtet worden durch die Raumsonden Galileo und NEAR. Diese bizarren Körper – die oft eher Geröllhalden gleichen als kompakten Felsbrocken – geben Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems. Sind diese Asteroiden fest, oder sind sie nur eine lose Ansammlung von Gesteinsbrocken? Aus welchen Elementen bestehen sie? Überstehen sie eine Kollision mit anderen Kleinkörpern, und wenn wie? Würde ihre lose Oberfläche eine Landung eines Astronauten oder eines Landefahrzeugs aushalten?

In der Folge finden Sie einen Steckbrief der bekanntesten Kleinplaneten.

Gaspra

Gaspra war der erste Kleinplanet, der von einem künstlichen Satelliten beobachtet wurde. Galileo passierte Gaspra 1991 auf dem Weg zum Jupiter und schoss erste Nahaufnahmen seiner Oberfläche. Gaspras Oberfläche ist von vielen Einschlagkratern geprägt.

Gaspra
Katalognummer

951

Masse

19 x 12 x 11 Kilometer

Dichte

unbekannt

Bahntyp

Hauptgürtel (Flora-Familie)

Spektralklasse

S

Castalia

Castalia war der erste Asteroid, dessen Form aufgenommen werden konnte. Im August 1989 huschte Castalia in elf Mondentfernungen an der Erde vorbei. Für optische Beobachtungen war diese Entfernung zu gross, nicht aber für das grösste Radio-Teleskop in Arecibo (Puerto Rico). Es wurde eine grosse Serie von diesen Beobachtungen gemacht, und damit konnte neben der Form sogar die Rotation von Castalia aufgezeichnet werden.

Gaspra
Katalognummer

4769

Masse

1.8 x 0.8 Kilometer

Dichte

2.1 Gramm/Kubikzentimeter (Oberfläche)

Bahntyp

kreuzt die Erdbahn

Spektralklasse

S

Rotationsperiode

4 Stunden

Eros

Eros wird zurzeit von der Raumsonde NEAR umkreist und genau beobachtet. Eros gleicht einer rohen Kartoffel mit vielen Augen. Tatsächlich wird die Oberfläche von einigen riesigen Kratern dominiert.

Eros
Katalognummer

433

Masse

33 x 33 x 13 Kilometer

Dichte

2.7 Gramm/Kubikzentimeter

Bahntyp

erdnah

Spektralklasse

S

Rotationsperiode

5.27 Stunden

Toutatis

Toutatis wurde ebenfalls mit Radar beobachtet und vermessen. Seine Umlaufbahn wird stark durch das Gravitationsfeld der Erde gestört und verläuft chaotisch. Dazu rotiert Toutatis mit zwei unterschiedlichen Perioden. Am 29. September 2004 sollte sich der Asteroid auf 4 Mondentfernungen nähern und auch mit Ferngläsern zu beobachten sein.

Toutatis
Katalognummer

4179

Masse

4.5 x 2.4 x 1.9 Kilometer

Dichte

2.1 Gramm/Kubikzentimeter (Oberfläche)

Bahntyp

kreuzt die Erdbahn

Spektralklasse

S

Rotationsperiode

Zwei Perioden
  • 5.41Tage und
  • 7.35 Tage

Mathilde

Mathilde wurde von der Sonde NEAR auf ihrem Weg zu Eros genauer untersucht. Das rundliche Objekt ist schwärzer als Kohle. Dieser grosse Asteroid rotiert besonders langsam und bewegt sich auf einer exzentrischen Bahn, deren sonnenfernster Punkt in die äusseren Bereiche des Hauptgürtels reicht. Mathilde hat eine sehr geringe Dichte.

Mathilde
Katalognummer

253

Masse

66 x 48 x 46 Kilometer

Dichte

1.3 Gramm/Kubikzentimeter

Bahntyp

Hauptgürtel

Spektralklasse

C

Rotationsperiode

17.4 Stunden

Ida mit Dactyl

Zwei Jahre nach dem Besuch bei Gaspra passierte Galileo diesen Asteroiden. Dabei wurde auch dessen Mond Dactyl entdeckt. Dieser Mond hat einen Durchmesser von 1.4 Kilometern. Wie Ida ihren Mond eingefangen und behalten hat, ist bis heute unklar.

Ida mit Dactyl
Katalognummer

243

Masse

56 x 24 x 21 Kilometer

Dichte

2.5 Gramm/Kubikzentimeter

Bahntyp

Hauptgürtel (Koronis-Familie)

Spektralklasse

S

Rotationsperiode

4.63 Stunde

Vesta

Unter den grossen Asteroiden hat nur Vesta eine Basaltoberfläche, die von alten Lavaströmen zeugt. In ferner Vergangenheit liefen offensichtlich ähnliche geologische Prozesse auf Vesta ab wie bei der Erde oder Mars.

Vesta
Katalognummer

4

Masse

525 Kilometer Durchmesser

Dichte

3.3 Gramm/Kubikzentimeter (Oberfläche)

Bahntyp

Hauptgürtel

Spektralklasse

V

Rotationsperiode

5.34 Stunden

Quellen

Spektrum der Wissenschaft, August 2000
Bilder: NASA

Autor

Robert Glaisen, AGO

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